16.02.2017, Ravensburg
Duale Ausbildung auf Spanisch

Das Welcome Center Bodensee-Oberschwaben begrüßte 17 junge Menschen aus Spanien und Südamerika zum Bewerbungstraining.

Am 16.02.2017 informierten sich 17 junge Menschen aus den Ländern Spanien, Kolumbien, Kuba und Peru über das duale Ausbildungssystem in Baden-Württemberg als Möglichkeit zum Einstieg in den oberschwäbischen Arbeitsmarkt. Veranstalter des Infoabends waren das Welcome Center Bodensee-Oberschwaben, der Jugendmigrationsdienst und das CET – Center for European Trainees vom Bildungswerk der Baden-Württembergischen Wirtschaft e. V..

Alle Teilnehmer des Workshops besitzen bereits erste Deutschkenntnisse, der Infoabend wurde allerdings komplett in der spanischen Sprache durchgeführt. „Unseren Ratsuchenden Informationen zum Leben und Arbeiten in der Muttersprache zu geben ist ein wichtiger Faktor und Teil der Willkommenskultur, die wir in unserer Region leben“ berichtet Liliana Kösler vom Welcome Center Bodensee-Oberschwaben. Durch den Abend führten die Referentinnen Jessica Flemming und Gabriela Martinez de la Cruz vom CET. Die Servicestelle wurde 2014 von der Robert Bosch Stiftung und den Arbeitgeberverbänden im Land ins Leben gerufen. Die Mitarbeiter des CET beraten Betriebe zur Besetzung freier Ausbildungsplätze und unterstützen junge Einwanderer bei der Ausbildungsplatzsuche.

„In den Heimatländern der Ratsuchenden ist ein duales Ausbildungssystem, bei dem man einen Großteil der Ausbildung im Unternehmen verbringt, nicht verbreitet“ sagt Gabriela Martínez de la Cruz vom CET. „Dabei ist die duale Ausbildung in Deutschland im Gegensatz zu anderen Ländern ein Erfolgsmodell zum Einstieg in den Arbeitsmarkt und bildet eine gute Basis für den Karrierebeginn.“ Die Referentinnen betonten den hohen Stellenwert der deutschen Sprache seitens der Unternehmen bei der Besetzung von Ausbildungsplätzen.  

Neben dem dualen Ausbildungssystem wurde auch das Thema „Erfolgreich bewerben“ behandelt. Hier wurden die wichtigsten Kriterien für eine Kandidatur in Deutschland aufgezeigt, vom Anschreiben über das Foto hin zu Zeugnissen. Es gab einen regen Austausch zu interkulturellen Unterschieden in Bewerbungsprozessen in unterschiedlichen Ländern der Welt. „Mich hat es überrascht, dass man sich in Deutschland direkt beim Unternehmen für einen Ausbildungsplatz bewirbt. In meinem Heimatland schreibt man sich direkt in einer Schule ein“, sagt eine Teilnehmerin aus Spanien.

Am folgenden Tag besuchte die Gruppe gemeinsam die Bildungsmesse in der Oberschwabenhalle. Ein Rundgang über die Messe bot den Teilnehmenden zusätzlich eine gute Chance mit regionalen Ausbildungsbetrieben in Kontakt zu kommen, sich zu präsentieren sowie sich über verschiedene Ausbildungsberufe zu informieren.